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Die Welt im Vergleich

Die Welt im Vergleich

Ein Land lässt sich nach vielen Massstäben vergleichen: nach den Menschen, die dort leben, nach der Wirtschaftsleistung, nach dem CO₂, das es ausstösst. Diese Karte macht daraus Körper: Jedes Land steht als Quader auf einer flächentreuen Weltkarte, und seine Grösse zeigt den gewählten Aspekt. Der Jahresregler geht zurück bis 1990 — der ▶-Knopf lässt die Jahre durchlaufen. Die Massstäbe stehen dabei über alle Jahre fest, ein Land ist 1990 also wirklich kleiner als 2024 und nicht bloss anders eingefärbt.

Bei absoluten Grössen wie Bevölkerung, BIP oder CO₂-Ausstoss entspricht das Volumen eines Quaders genau dem Gesamtwert des Landes. Steht er auf der echten Landesfläche, ist seine Höhe der Wert pro Quadratkilometer. Bei Verhältniszahlen wie der Lebenserwartung oder dem BIP pro CO₂ gibt es kein sinnvolles Volumen — dort zeigt die Höhe direkt den Wert.

Mit der Würfelform behält jeder Quader sein Volumen, wird aber so weit verkleinert, bis er etwa so hoch wie breit ist — ein Körper, dessen Grösse man schätzen kann, statt einer dünnen Schicht über einem ganzen Land. Danach rücken die Kontinente zusammen, bis die Lücken geschlossen sind. Und das Kartogramm kommt ganz ohne Höhe aus: Dort ist die Fläche selbst der Wert.

wenig viel — bis …

Neigung 0° zeigt die flache Karte. Ohne Würfelform streckt die Überhöhung nur die Höhe; die Verhältnisse untereinander bleiben dabei korrekt. In der Würfelform wirkt sie wie eine Lupe auf die Körper — die Grundfläche wächst mit, bis ein Land an seine Grenzen stösst und von da an nur noch höher wird; exakt sind die Volumen dort bei 1×. Was nichts bewirken kann, ist ausgegraut: die Form bei Verhältniszahlen, die Überhöhung bei flach liegender Karte — und im Kartogramm beide, denn dort steckt der Wert in der Fläche und es gibt gar keine Höhe. Fahre mit der Maus über ein Land (oder tippe es an) für seine Zahlen.

Würfelform: Ein flacher Teppich über einem ganzen Land sieht nach wenig aus, auch wenn sehr viel drinsteckt. Darum schrumpft die Würfelform jedes Land — unter Beibehaltung seiner Form und seines Volumens — so weit, bis sein Quader etwa so hoch wie breit ist: Erst dann lässt sich das Volumen von Auge abschätzen. Zwei Grenzen gibt es: Kein Land wächst über seine eigenen Grenzen hinaus, ein sehr dichtes wie Bangladesch bleibt deshalb flächig und wird stattdessen höher. Und kein Land schrumpft unter eine Mindestfläche, ein fast leeres wie Grönland bleibt deshalb sichtbar und wird stattdessen flacher. Fürs Antippen zählt weiterhin das ganze Land: Die Zahlen erscheinen auch dort, wo ein geschrumpftes Land ursprünglich lag. Die Karte ist flächentreu, damit ist auch die Höhe ein echtes Mass: Chinas Würfel misst rund 2100 km auf jeder Kante. Wer den Umriss ganz aufgeben mag, wählt Echte Würfel: Dann steht jedes Land als Quadrat genau dieser Grundfläche da, und die Kantenlängen lassen sich direkt nebeneinanderhalten.

Kartogramm: Die flache Variante, ganz ohne Höhe — hier ist die Fläche der Wert. Jedes Land wird so lange gedehnt oder gestaucht, bis seine Fläche seinem Anteil entspricht. Das geschieht über ein Kraftfeld, das die ganze Karte auf einmal verformt (Verfahren von Dougenik, Chrisman und Niemeyer, 1985): Jede Grenze bleibt deshalb eine Grenze — sie behält ihre Form und ändert nur ihre Länge —, Nachbarn bleiben Nachbarn, und kein Land schiebt sich über ein anderes. Bei der Bevölkerung trifft die Hälfte der Länder ihre Fläche auf ein Prozent genau und 147 von 170 auf ein Zehntel; wo die Werte über sechs Grössenordnungen auseinanderliegen wie beim BIP, wird es gröber. Fast leere Länder wie Grönland behalten einen Rest ihrer Fläche, sonst fielen sie zu einem Punkt zusammen — und die Karte fiele dort in Falten.

Zusammengerückt: Das Schrumpfen lässt die Kontinente voller Lücken zurück. Darum rutscht danach jedes Land in Amerika, Afrika, Europa und Asien auf die Mitte seines Kontinents zu, bis es an ein anderes stösst — der Kontinent wird zum Klumpen, in dem jedes Land seine Form und grob seine Nachbarschaft behält. Ein Land rückt als Ganzes, mit allen seinen Inseln; nur ein Landesteil, der weit abseits und gross genug ist, geht eigene Wege — Alaska landet beim amerikanischen Haufen, statt dorthin zu wandern, wo die übrigen Vereinigten Staaten zu liegen kommen. Schon wie weit die Länder rücken, sagt etwas aus: Europa rückt kaum zusammen, weil sich seine Länder auch geschrumpft fast überall noch berühren, während in Amerika Tausende von Kilometern verschwinden. Die Karte darunter bleibt, wo sie ist. Ozeanien bleibt stehen — dort liegt ohnehin mehr Wasser als Land dazwischen. Gebiete ohne Zahlen wie die Westsahara haben keinen Quader, ziehen aber flach mit ihrem Kontinent mit.

Sechs Ansichten im Überblick

Flächentreue Weltkarte in Equal-Earth-Projektion: Jedes Land ist auf einen Würfel geschrumpft, dessen Volumen seiner Bevölkerung entspricht, und die Kontinente sind zu Klumpen zusammengerückt. Indien und China bilden die grössten Körper, Russland, Kanada und Australien schrumpfen auf einen Bruchteil ihrer Fläche.
Bevölkerung in Würfelform — das Volumen jedes Körpers ist die Zahl der Menschen, und die vier grossen Kontinente sind zusammengerückt. Chinas Würfel misst rund 2100 km auf jeder Kante, Indien füllt seine Grenzen bereits ganz aus, von Russland bleiben 6 % seiner Fläche, und das dicht besiedelte Bangladesch ragt als schmaler Turm über alle anderen hinaus.
Kartogramm der Weltbevölkerung: Jedes Land ist so gross wie seine Einwohnerzahl, die Grenzen behalten dabei ihre Form. Indien und China sind die grössten Flächen, Russland, Kanada und Australien schrumpfen stark.
Bevölkerung als Kartogramm — keine Höhe, die Fläche selbst ist die Zahl der Menschen. Indien und China nehmen zusammen gut ein Drittel des Landes ein, Bangladesch drängt sich als roter Keil dazwischen, und Russland, Kanada und Australien bleiben als schmale Bänder übrig.
Weltkarte, auf der jedes Land als echter Würfel steht, dessen Volumen seiner Bevölkerung entspricht: Die Kontinente sind zu Haufen von Würfeln zusammengerückt, China und Indien bilden die grössten Körper.
Bevölkerung als echte Würfel — hier ist der Umriss aufgegeben, jedes Land steht als Quadrat seiner Grundfläche da. Chinas Würfel misst rund 2100 km auf jeder Kante; nebeneinander lassen sich die Kantenlängen direkt vergleichen.
Flächentreue Weltkarte in Equal-Earth-Projektion: Jedes Land ist ein Quader, dessen Höhe die Bevölkerungsdichte zeigt. Bangladesch, Indien, Westeuropa, Japan und die Philippinen ragen am höchsten heraus.
Bevölkerung, ohne Würfelform — Höhe: Menschen pro km². Bangladesch ist mit rund 1300 Menschen pro km² der höchste Turm der Welt, Kanada, Russland und Australien bleiben fast flach.
Weltkarte mit der Wirtschaftsleistung als Höhe: Das Bruttoinlandprodukt pro Quadratkilometer türmt sich über Westeuropa, Japan, Südkorea und dem Nordosten der USA.
Bruttoinlandprodukt, ohne Würfelform — Höhe: US$ pro km². Westeuropa wird zur Skyline, während flächenmässig riesige Länder kaum aus der Karte herausragen.
Weltkarte der Wirtschaftsleistung pro Tonne CO2: Die Schweiz, Irland, Luxemburg und Schweden erreichen am meisten Wertschöpfung pro ausgestossener Tonne, grosse Industrie- und Förderländer bleiben tief.
Saubere Wirtschaft — Höhe: US$ Wertschöpfung pro Tonne CO₂. Die Schweiz führt mit rund 29'000 US$ pro Tonne (2024); gezählt wird allerdings nur der Ausstoss im Land selbst.

Daten: Weltbank, World Development Indicators (Stand 13. Juli 2026) — Bevölkerung SP.POP.TOTL, BIP NY.GDP.MKTP.CD, CO₂ EN.GHG.CO2.MT.CE.AR5, Lebenserwartung SP.DYN.LE00.IN. Temperatur: Jahresmittel der 2-m-Temperatur aus dem ERA5-Reanalysedatensatz (Copernicus), bezogen über Our World in Data. Jede Reihe läuft von 1990 bis 2024, dem jüngsten Jahr, das alle vier Reihen abdecken; der Regler wählt das Jahr, der Tooltip nennt es. Wo eine Zahl fehlt, bleibt das Land grau: CO₂ fehlt durchgehend für Serbien, Montenegro, Kosovo, Palästina und den Südsudan, das BIP für Nordkorea und in einzelnen Jahren für ein Dutzend weitere Länder. Die Landesflächen sind aus den Kartendaten (Natural Earth, 1:110 Mio.) berechnet. Für Taiwan, die Westsahara, die Falklandinseln und die Antarktis liegen keine Weltbank-Daten vor. Die Karte benutzt die flächentreue Equal-Earth-Projektion, damit die Grundflächen echten Grössenverhältnissen entsprechen.